Abrahamische Teams in Mittelmeerländern

Ziel dieses Projektes ist der Abbau von Spannungen und Konflikten zwischen Juden, Christen und Muslimen insbesondere in Mittelmeerländern wie Ägypten, Israel oder Marokko. Im Januar 2016 konnte eine erste Veranstaltung mit einem Abrahamischen Team aus Juden, Christen und Muslimen in Israel durchgeführt werden. Es folgten Veranstaltungen im Rahmen der Erwachsenenbildung, an Schulen und im militärischen Bereich.

Angesichts der zunehmenden Spannungen und Anschläge insbesondere auch durch den IS hat das Projekt eine starke Beachtung gefunden und soll ausgebaut werden. Dieses Vorhaben kann zur Überwindung von Fluchtursachen beitragen, zumal religiöse Spannungen und Angriffe an manchen Orten im Bereich des Mittelmeeres zur Flucht von Menschen führen.

Angesichts der leider zunehmenden Spannungen und Anschläge insbesondere auch durch den IS hat das Projekt eine starke Beachtung gefunden. Deutlich wurde auch, dass dieses Vorhaben zur Überwindung von Fluchtursachen beitragen kann, zumal religiöse Spannungen und Angriffe an manchen Orten im Bereich des Mittelmeeres zur Flucht von Menschen führen.

In Ägypten fanden zuerst viele Vorgespräche statt. Dann hat man sich darauf verständigt, mit Lehrenden-Fortbildungen zu beginnen. Sie bildeten auch den Schwerpunkt im Jahr 2016. Ein Problem waren jüdische Teilnehmende. In Ägypten gibt es noch sieben jüdische Frauen, die alle über 60 Jahre alt sind. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde hat nach Gesprächen mit uns das Projekt unterstützt. Angesichts der personellen Situation haben wir entschieden, dass bei den Teams in der Regel nur Muslime und Christen teilnehmen. Auch die Bahai waren zur Mitwirkung bereit, wurden aber von den anderen abgelehnt. Durch ihre Präsenz bei einigen Veranstaltungen hat sich dies dann verändert. Während zuerst von einer „abrahamischen Familie“ gesprochen wurde hat man sich dann nach mehrmonatiger Diskussion darauf verständigt, ein Abrahamische Forum in Kairo zu gründen, dem neben Christen und Muslimen auch Juden und Bahai angehören. Dieses Abrahamische Forum hat dann damit begonnen, Fortbildungen für Lehrende in ganz Ägypten an Schulen anzubieten und zu organisieren.

Der Staatssekretär im ägyptischen Kultusministerium soll sich dafür ausgesprochen haben, dieses Projekt in staatlichen Schulen breit anzubieten – bisher wurden Veranstaltungen vor allem in christlichen Schulen durchgeführt. In Ägypten ist vorgesehen, ein eigenes Büro für die Planung und Durchführung von Veranstaltungen dafür einzurichten.

Im Januar 2016 konnte bereits eine erste Veranstaltung mit einem Abrahamischen Team aus Juden, Christen und Muslimen in Ashdod in Israel durchgeführt werden, was auch medial beachtet wurde. Es folgten dann Veranstaltungen im Rahmen der Erwachsenenbildung, an Schulen und im militärischen Bereich

In Marokko sind wir davon ausgegangen, dass Kooperationen möglich sein sollten, zumal der König bei besonderen Feierlichkeiten auch Juden und Christen einlädt. Allerdings gibt es dort ein Gesetz, das missionarische Arbeit verbietet und dazu werden auch religiöse Kooperationen gezählt. Wir fanden jedoch Kontakt zu einem muslimischen marokkanischen Journalisten, der sich gegen diese Regelungen stellte und inzwischen erste abrahamische Kontakte anbahnte und entsprechende Begegnungen initiierte.

Bei den Vorüberlegungen sind wir davon ausgegangen, dass es auch im Libanon möglich sein sollte, Abrahamische Teams aufzubauen. Durch befreundete Persönlichkeiten haben dazu Vorgespräche stattgefunden, die alle zu keinem Ergebnis führten. Wir haben dann eine junge Theologin gefunden, die über interreligiöse Themen im Libanon arbeitete und zahlreiche Kontakte hatte. Mit ihrer Hilfe gab es verschiedene Versuche, die aber alle scheiterten. Nach unseren Eindrücken hängt das damit zusammen, dass im Libanon die Nationalität durch die Religion bestimmt wird und deshalb offensichtlich erhebliche Bedenken zu religiösen Kooperationen bestehen.

Wir bemühen uns Abrahamische Teams auch in anderen Mittelmeerländern wie z.B. Tunesien, Türkei aufzubauen.

Anfang Juli 2017 ist in Bonn im Rahmen der Jahrestagung des Internationalen Rates der Christen und Juden und im Rahmen des Internationalen Abrahamischen Forums ein erster Austausch zwischen den Aktiven aus Mittelmeerländern vorgesehen. Dann lernen sich die Mitwirkenden aus Ägypten, Israel, Marokko, Palästina und Gäste aus Tunesien kennen und können Erfahrungen austauschen. Mit dabei sind aus Ägypten auch Vertretungen der Juden und Bahai.

Förderung

Die Förderung Abrahamischer Teams in Ländern des Mittelmeeres erfolgt durch die Allianz Kulturstiftung und die Robert Bosch Stiftung.


Ansprechpartner

Dr. Jürgen Micksch (info@abrahamisches-forum.de)

 

SPENDEN