Darmstadt, 15. Oktober 2018

Internationale Akademie für den Dialog in Kairo eröffnet

Zwischen Religionsgemeinschaften in Mittelmeerländern gibt es seit langem Spannungen bis hin zu Ausschreitungen. So existieren Gruppen in Ägypten, die Christen gewalttätig vertreiben wollen. Durch den Aufbau Abrahamischer Teams soll zu einer Verständigung zwischen den Religionen und damit zum friedlichen Miteinander beigetragen werden.

Die großen Religionsgemeinden in den Mittelmeerländern verehren Abraham als Vorbild in ihrem Glauben. Das ist eine gemeinsame Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben. Dadurch wird auch eine Zusammenarbeit von Menschen aus benachbarten Ländern ermöglicht, die sich teilweise feindlich gegenüberstehen.

In Kairo trafen sich im Rahmen des Projekts „Abrahamische Teams in Mittelmeerländern“ des Abrahamischen Forums in Deutschland zwanzig Persönlichkeiten aus Ägypten, Israel, Italien, Jordanien, Marokko und Deutschland, um das Zusammenwirken zu koordinieren und zu verbessern. Juden, Christen, Muslime und Bahai haben Erfahrungen ausgetauscht, wie in ihren Ländern die abrahamischen und interreligiösen Kooperationen entwickelt werden können. Religionen können bei der Überwindung von Rassismus, Armut, Fluchtursachen und der Erhaltung biologischer Vielfalt kooperieren und damit den Frieden stärken.

Seit 2016 gibt es das Abrahamische Forum in Ägypten als Zusammenschluss von Juden, Christen, Muslimen und Bahai. Es führt insbesondere Veranstaltungen in Schulen durch. Zur Ausbildung von Imamen, Pfarrern und anderen für diese Dialogarbeit wurde nun in Kairo die Internationale Akademie für Dialog eingerichtet. Die Akademie will Kenntnisse über andere Religionen vermitteln, authentische Kontakte ermöglichen und zur Überwindung von Terrorismus beitragen. Vertretungen von Religionsgemeinschaften haben mit Ministern, Wissenschaftlern z.B. der Al-Azhar-Universität und der Öffentlichkeit die Akademie eröffnet, die Prof. Dr. Tharwat Kades aus Kairo aufgebaut hat.

Angebote und Räumlichkeiten der Akademie stehen auch Interessierten aus anderen Ländern offen. Insbesondere interreligiöse Veranstalter sind willkommen. Im ägyptischen Fernsehen, in Rundfunksendungen und Zeitungen hat diese Eröffnung eine große und positive Resonanz gefunden.

Unmittelbar nach der Eröffnung wurde ein erstes Dialogseminar durchgeführt. Dabei ist aufgezeigt worden, dass sich Muslime in Ägypten in den letzten Jahren zunehmend für Dialoge mit Christen, aber auch mit Bahai, Buddhisten oder Hindus geöffnet haben. Die meisten der über 90 Millionen Ägypter sind Muslime, über 10 Millionen sind koptisch-orthodox und über eine Million protestantisch.

Das nächste Treffen zur Arbeit Abrahamischer Teams in Mittelmeerländern ist für Ende Oktober 2019 in Rabat/Marokko geplant.

Die vom Abrahamischen Forum in Deutschland durchgeführten Veranstaltungen Abrahamischer Teams in Mittelmeerländern werden gefördert von der Allianz Kulturstiftung, Brot für die Welt und der Robert Bosch Stiftung.

Weitere Auskünfte erteilt Jürgen Micksch, Abrahamisches Forum in Deutschland e.V.

Jürgen Micksch, Abrahamisches Forum in Deutschland e.V. Tel: 0049 – 6151 – 3919741

Mail: info@abrahamisches-forum.de

 

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