Don Giuseppe Berardelli aus Bergamo war Erzpriester, er verstarb in der Nacht vom 15. März 2020 mit 72 Jahren an der Krankheit Covid 19. Er ist einer der vielen hunderten, die täglich im eigenen Haushalt oder auf den überlasteten Intensivstationen und Notkrankenhäusern Italiens der Epidemie erliegen.

Besonders an seiner Geschichte sind aber sicherlich die Berichte der italienischen Medien. Sie heben hervor, der Priester habe aus Nächstenliebe gehandelt, indem er sein von der Gemeinde für ihn bereitgestelltes Beatmungsgerät freiwillig für einen anderen Unbekannten und viel Jüngeren hergegeben habe, um dessen Leben zu retten.

Die schnell erzählte Geschichte von dem offenherzigen und lebensfrohen Geistlichen, der offenbar in seiner Gemeinde ein großer Sympathieträger war, verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Da ein Trauerzug nicht möglich war, hätten die Italiener von den Balkonen aus klatschend ihm sein letztes Geleit gegeben.

Die Nachricht rührt und bewegt uns Leser auch aus der Ferne, selbst wenn wir nicht die genauen Hintergrundmotive des charismatischen Priester auf dem Guzzi – Motorrad kennen. Vielleicht sind sie auch nicht wichtig. Es ist die Botschaft, die Hoffnung und Trost gibt.

„Andrà tutto bene” – „alles wird gut“, steht auf vielen Bettlaken und Plakaten, welche die Italiener in diesen Tagen von ihren Balkonen hängen. Wir wünschen es Ihnen und hoffen es für sie, so wie für uns selbst. Zwischen den Ängsten über unsere eigenen möglichen finanziellen Engpässe, dem aufkommenden Unmut über die vielfach verhängten Ausgangs- und Kontaktsperren und all die noch nicht absehbaren Folgen, welche die neue soziale Isolation mit sich zieht – brauchen wir solche Geschichten von Verzicht, Gottvertrauen und Nächstenliebe.

Stephanie Krauch

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