“Kann ich freitags in die Moschee, am Samstag Schabbat feiern und Weihnachten auch?” “Kann ich mir meine eigene Religion selbst zusammenbauen?”

Dies waren einige Fragen aus den 2. bis 4. Klassen an ein Junges Abrahamisches Team, das mit den SchülerInnen und LehrerInnen den interreligiösen Dialog über szenisches Spiel auf Grundlage der heiligen Schriften erprobte.  Die Klassen gingen dabei auch der Frage nach, was Abraham, Isaak und sein Bruder Ismael miteinander verbindet und was sie uns heute noch zu sagen haben.

Jennifer Münch, M. Miler und Stephanie Krauch berichteten beim 4. Präventionscafe in Frankfurt, gefördert von der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung, über ihre pädagogische Erfahrung in religiösen Zusammenhängen.

So kreativ und spielerisch wie beim Besuch der Abrahamischen Teams geht es im Schulalltag nicht immer zu. Jennifer Münch (rechts) erzählt von LehrerInnen, die mit den zunehmend religiös gemischten Klassen,   neuen Fragestellungen, kleinen oder größeren Konflikten (Ramadan während der Prüfungszeit, Sticheleien zwischen muslimischen und nicht -muslimischen Kindern wegen der mit Wurst belegten Pausenbrote) überfordert sind. Dazwischen gibt es viele Kinder, die gar nichts über eine eigene religiöse Identität sagen können und von den Eltern kaum religiöse Vorstellungen vermittelt bekommen.

Abrahamische Teams in der Schule machen weit mehr als nur über Vielfalt und Gemeinsamkeiten der Religionen zu informieren. Der Besuch eines Teams kann langhaltig nachwirken und bei den SchülerInnen im dicht getakteten Schultag die Erkenntnis hinterlassen:  die eigene (Nicht-)Religionszugehörigkeit und damit verbundene Unsicherheiten oder Orientierungslosigkeit gehört zum Alltag und zur persönlichen Entwicklung.

Ja, wir sollten unsere religiöse Identität erproben und auch verändern können. Das gilt z.B. für das kritische Hinterfragen von Geboten wie starren Regelungen des Sabbat genauso wie für die Frage, ob man sich ein Tattoo stechen lassen darf, ohne sich zu versündigen. Wichtig ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen und es auch zu bleiben.  So kommt es nicht selten vor, dass ein Team wieder eingeladen wird.

Weitere Auskünfte gibt Stephanie Krauch sk@abrahamisches-forum.de

 

 

 

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