Am 04. Oktober endet mit dem katholischen Gedenktag an den Schutzheiligen von Tier und Natur,  Franz von Assisi, die fünfwöchige ökumenische Schöpfungszeit. Kirchen sind dann weltweit aufgerufen, der Schöpfung zu gedenken und Taten zu Natur- und Artenschutz folgen zu lassen.  In diesem Jahr fiel der Tag zeitgleich auf das Erntedank Fest und das jüdische Laubhüttenfest.

Das Abrahamische Forum und der BUND Ladenburg luden Gäste aus der Region zur Bacherlebnisstation am Zufluss des Neckars ein. Bei einem  Austausch mit dem christlich-jüdischen Duo Enno Krüger und Manja Altenburg wurde die Frage diskutiert, wie wir religiöse Feste mit Naturbezug feiern und sie umweltfreundlich gestalten können. Der Einbezug regionaler und saisonaler Produkte liegt nahe. Aber welche Äpfel sind eigentlich noch regional? Birgit Eschenlohr und Alexander Spangenberg (BUND) stellten alte Sorten von der heimischen Streuobstwiese vor. Die „krummen Dinger“ schmecken ganz anders als die genormten Äpfel im Supermarkt, deren Angebot recht einseitig ist. In vielen Apfelsorten wie Elster und Jonagold findet sich der vergleichsweise pflegeleichte Golden Delicious.

Hand angelegt wurde beim Bau einer Sukka, einer Laubhütte nach  jüdischer Tradition. Sie führt das Ende der Erntezeit vor Augen. Neben Äpfeln können auch regionale Weintrauben als Schmuck dienen. Die Juden erinnern sich in diesem Herbsttagen an die 40 Jahre lange Wanderung auf dem Weg aus der ägyptischen Gefangenschaft, als man in improvisierten Unterkünften schlief, aß und feierte.

Zum Abschluss des Tages wurde der sich auf dem Gelände befindende  Biberdamm erkundet. Das heimische Nagetier ist inzwischen wieder zahlreicher bei uns vertreten und trägt mit seinen Habitaten zur Umgestaltung der Landschaft bei. Der nachtaktive ‚Allrounder‘, der klettern, schwimmen, tauchen und in kurzer Zeit  recht dicke Bäume fällen kann, ließ sich vermutlich erst nach Abreise der Gäste zur Kontrolle seines Staudammes sehen.

Foto: Inci Bosnak

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