Der Weltbienentag am 20. Mai ist ein internationaler Aktionstag, der seit 2018 begangen wird. Er
macht auf die wichtige Rolle von Bienen für Bestäubung, Biodiversität und Ernährungssicherheit
aufmerksam und ruft zum Schutz der Bienen vor Bedrohungen wie Lebensraumverlust und Pestiziden
auf. Im Zentrum stehen dabei sowohl die bekannten schwarz-weiß gestreiften Honigbienen als auch
die zum Teil haarigen, zum Teil schimmernden oder auch mal komplett schwarzen Wildbienen. Alleine
in Deutschland existieren rund 600 verschiedene Wildbienen-Arten.
Dr. Claudia Willms, Projektreferentin für „Religionen und Naturschutz“ beim Abrahamischen Forum in
Deutschland, weist auf die hohe Bedeutung von Bienen in den Weltreligionen hin: „Geschichten von
Bienen, Bienen als Symbolfiguren oder auch praktische Verwendungsweisen von Honig sind in den
verschiedenen Glaubensgemeinschaften tief verankert, in den abrahamischen Religionen ebenso wie
im Hinduismus, Alevitentum oder Sikhismus.“ In der jüdischen Tradition wird das Gelobte Land als ein
Land beschrieben, in dem „Milch und Honig fließt“; Honig steht hier für Fülle und göttliche Versorgung.
Im Christentum erscheinen Bienen in der Bibel, oftmals als Symbol für Fleiß, Gemeinschaft und
Ordnung. Der Honig wird mitunter mit göttlicher Weisheit oder Christus selbst assoziiert.
Im Islam spielen Bienen eine besondere Rolle: Sie werden in der Sure An-Nahl (Die Biene, Sure 16) im
Koran erwähnt, worin Gott die Bienen anweist, ihre Waben zu bauen und Honig zu produzieren. Honig
gilt als heilsames Nahrungsmittel, und es gibt mehrere Hadithe, die seine medizinischen Eigenschaften
betonen.
Im Buddhismus finden sich Bienen in Erzählungen über das vergangene Leben des Buddha, wo sie als
Beispiele für achtsames Verhalten und Gemeinschaftssinn dienen. In hinduistischen Texten finden
sich Bienen in den Veden, wo Honig als heilige Substitution erscheint. Bei den Aleviten dient die Biene
als Symbol für die hingebungsvolle Suche nach göttlicher Wahrheit. Im Bahá’í-Glauben wird die Biene
als Bild für die Einheit der Menschheit verwendet. Im Sikhismus repräsentiert Honig symbolisch den
göttlichen Nektar Amrit, die spirituelle Essenz von Weisheit und Liebe, und wird in Zeremonien
verwendet. Im Êzidentum bilden Biene, Schaf und der Baum Zergus eine symbolische Einheit, wobei
die Biene als Botin der mündlich überlieferten Psalmen eine zentrale Rolle einnimmt. Gemeinsam ist
vielen Religionen die positive Symbolik der Biene als arbeitsames Gemeinschaftswesen und als
Lieferant eines wertvollen Naturprodukts, welches heilende Wirkung entfalten kann.
Religionsgemeinschaften und Naturschutzverbände rufen dazu auf, Wild- und Honigbienen zu
schützen und im Garten oder auf dem Fensterbrett heimische Blütenpflanzen zu setzen. Wichtig ist
dabei, keine Pestizide oder chemische Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel zu verwenden, da
sie den Bienen schaden.
Die Initiative des Abrahamischen Forums zu den religiösen Feiern mit Naturschutzbezug ist ein
Baustein des Projekts „Religionen schützen die Natur und fördern ökologisches Bewusstsein“, welches
im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Projektreferentin Dr. Claudia Willms, Geschäftsstelle
Abrahamisches Forum, Goebelstr. 21a, 64293 Darmstadt, 06151-3919741

cjw@abrahamisches-forum.de

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