Abrahamische Teams in Mittelmeerländern

Ziel dieses Projektes ist die Verbesserung des Miteinanders zwischen Juden, Christen und Muslimen insbesondere in Mittelmeerländern wie Ägypten, Israel oder Marokko. Im Januar 2016 konnte eine erste Veranstaltung mit einem Abrahamischen Team aus Juden, Christen und Muslimen in Israel durchgeführt werden. Es folgten Veranstaltungen im Rahmen der Erwachsenenbildung, an Schulen und im militärischen Bereich.

Angesichts der zunehmenden Spannungen und Anschläge insbesondere auch durch den IS in Ägypten hat das Projekt eine starke Beachtung gefunden. Es kann zur Überwindung von Fluchtursachen beitragen, zumal religiöse Spannungen und Angriffe an manchen Orten im Bereich des Mittelmeeres zur Flucht von Menschen führen.

In Ägypten fanden seit Ende 2015 viele Vorgespräche statt. Seitdem werden Fortbildungen mit Lehrenden angeboten. Diese Arbeit bildete den Schwerpunkt im Jahr 2016. Die fehlende Präsenz jüdischer Teilnehmender erwies sich als Problem. In Ägypten gibt es noch sieben jüdische Frauen, die alle über 60 Jahre alt sind. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde hat nach Gesprächen mit uns das Projekt unterstützt. Angesichts der personellen Situation haben wir entschieden, dass bei den Teams in der Regel nur Muslime und Christen teilnehmen. Auch die Bahai waren zur Mitwirkung bereit, wurden aber anfangs von den anderen abgelehnt. Durch ihre Präsenz bei einigen Veranstaltungen hat sich dies dann verändert. Zuerst wurde von einer „abrahamischen Familie“ gesprochen, nach mehrmonatiger Diskussion wurde ein Abrahamisches Forum in Kairo gegründet, dem neben Christen und Muslimen auch Juden und Bahai angehören. Dieses Abrahamische Forum führt Fortbildungen für Lehrende und Eltern an Schulen in ganz Ägypten durch.

 

Im Januar 2016 konnte bereits eine erste Veranstaltung mit einem Abrahamischen Team aus Juden, Christen und Muslimen in Ashdod in Israel durchgeführt werden, was auch medial beachtet wurde. Es folgten dann Veranstaltungen im Rahmen der Erwachsenenbildung, an Schulen und im militärischen Bereich

In Marokko gab es im Dezember 2017 eine erste Beratung zu Möglichkeiten abrahamischer Kooperationen. Am 10. Januar 2019 ist an der Universität in Rabat die erste Veranstaltung unter Beteiligung von Juden, Christen und Muslimen vorgesehen.

Bei den Vorüberlegungen sind wir davon ausgegangen, dass es auch im Libanon möglich sein sollte, Abrahamische Teams aufzubauen. Durch befreundete Persönlichkeiten haben dazu Vorgespräche stattgefunden, die alle zu keinem Ergebnis führten. Wir haben dann eine junge Theologin gefunden, die über interreligiöse Themen im Libanon arbeitete und zahlreiche Kontakte hatte. Mit ihrer Hilfe gab es verschiedene Versuche, die aber alle scheiterten. Nach unseren Eindrücken hängt das damit zusammen, dass im Libanon die Nationalität durch die Religion bestimmt wird und deshalb offensichtlich erhebliche Bedenken zu religiösen Kooperationen bestehen.

Wir bemühen uns Abrahamische Teams auch in anderen Mittelmeerländern wie z.B. Tunesien, Türkei aufzubauen.

Anfang Juli 2017 hat in Bonn im Rahmen der Jahrestagung des Internationalen Rates der Christen und Juden und mit dem Internationalen Abrahamischen Forum ein erster Austausch zwischen den Aktiven aus Mittelmeerländern stattgefunden. Im Oktober 2018 folgte ein Austausch in Kairo. Dort wurde am 04. Oktober 2018 die Internationale Akademie für Dialog gegründet.

Das Abrahamische Forum in Ägypten bei einem Treffen im Januar 2018.

Förderung

Die Förderung Abrahamischer Teams in Ländern des Mittelmeeres erfolgt durch die Allianz Kulturstiftung, die Robert Bosch Stiftung sowie Brot für die Welt


Ansprechpartner

Dr. Jürgen Micksch (info@abrahamisches-forum.de)

 


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