Interreligiöses Forum „KI & Naturschutz“
3. September-15:00 - 16:00

Künstliche Intelligenz als große neue technische Errungenschaft unseres Zeitalters geht weit über die industrielle Revolution und die Digitalisierung hinaus. Die Leistungen, das Wachstum und die daraus resultierenden Möglichkeiten der KI für den Menschen waren vor einer Dekade so nicht erwartbar. Gleichzeitig wird durch die Künstliche Intelligenz aber auch die Frage nach der menschlichen Existenz als Geschöpf Gottes neu gestellt, sowie die Antworten auf die Frage der Menschenwürde und Verantwortung auf eine neue und bislang ungewohnte Weise formuliert.
Papst Leo XIV. fordert in seiner Enzyklika „Magnifica Humanitas“ strenge Richtlinien sowie gesellschaftliche Kontrolle, um eine Entmenschlichung und einen „neuen Kolonialismus“ durch Tech-Konzerne zu verhindern. Zudem benötige es nachhaltige Lösungen für KI-Modelle, womit der Papst die Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Naturschutz und Vernutzung der endlichen Ressourcen der Erde durch den Menschen thematisiert. Diese Perspektiven, die im Koran mit den Aussagen, wir machten euch die Erde dienstbar (67:15), auf dass ihr esst, trinkt und nicht verschwendet, denn er liebt die Verschwender nicht (6:141), Widerhall finden, sind allen Religionen zuteil.
Innerhalb von zehn Jahren könnte sich der Energiebedarf der Rechenzentren weltweit verdreifachen, so schätzt die International Energy Agency in ihrem „Report Energy and AI“ von 2026. Generative KI-Modelle mit ihren großen Rechenleistungen benötigen riesige Rechenzentren, die derzeit mit vielen (auch staatlichen) Investitionen gefördert werden. Des Weiteren (ver)brauchen diese sogenannten Hyperscaler enorme Mengen an ökologischen Ressourcen wie Wasser, fossile Rohstoffe und Land. Aufgrund der vielen Wechselwirkungen von KI und Naturschutz möchten wir uns als Religionsgemeinschaften untereinander und miteinander über unsere jeweiligen Perspektiven zum Thema verständigen. Dazu starten wir einen Reflexionsprozess, der zu einer Fachtagung und einem ersten Positionspapier führen wird.
Der „Arbeitskreis Religionen und Naturschutz“ des Abrahamischen Forums e.V., welcher sich aus ausgewählten Vertreter:innen aus neun Religionsgemeinschaften und Naturschutzverbänden zusammensetzt, möchte mit dem Interreligiösen Forum die Frage klären, welchen Beitrag die jeweils religiös und theologisch fundierten Sichtweisen zur Debatte um „KI und Naturschutz“ beisteuern können. Hierfür haben wir vier Impulsgeber:innen eingeladen, die aus der jüdischen, muslimischen, christlichen und Sikhi-Position heraus argumentieren werden. Im Laufe des Prozesses diskutieren wir zudem die Möglichkeit einer interreligiösen Perspektive, die nach nachhaltigen Lösungen für die neuen gesellschaftlichen, technologischen und sozialen Herausforderungen rund um Generative KI-Modelle sucht.
Interreligiöses Forum: KI und Naturschutz
Online-Veranstaltung des AK ReNa (Arbeitskreis „Religionen schützen die Natur“)
- September 2026, von 15-16 Uhr, mit Impulsen aus vier Religionsgemeinschaften:
- Zekeriya Altug, KI-Spezialist
- Jasmin Andriani, Rabbinerin und jüdische Theologin
- Dominiek Lootens, Katholischer Theologe
- Khushwant Singh, Rat der Sikhi
Moderation: Dr. Claudia Fischer-Willms, Projektreferentin „Religionen und Naturschutz“, Abrahamisches Forum e.V.
An Zoom-Meeting teilnehmen (3. Sept. 2026 15:00): https://us06web.zoom.us/j/85929996152?pwd=EAw2KSdNoBzcCd6cw5a8akVKX14cQq.1
Meeting-ID: 859 2999 6152
Kenncode: 887694



